7. Rundbrief: am 5. November 1999 Hallo ihr lieben, ich hab mich ja lange nicht gemeldet und fahre in 8 Tagen schon wieder nach Hause. Ich freue mich echt riesig, denn es wird langsam Zeit. Die Sehnsucht nach meiner Verlobten ist im Laufe der Monate ziemlich stark angestiegen und so freue ich mich, dass es heim geht. Die letzten Wochen waren mit der Arbeit eigentlich immer anstrengender. Nun verbringe ich den ganzen Tag im Institut und goennen mir erst nachts das Heimgehen bzw. "Zurueck ins Loch". Naechste Woche wird bei mir noch Demo der Arbeitsergebnisse sein und da muss der ganze programmierte Kram ja laufen. Ich habe gerade festgestellt, dass ich den letzten Rundbrief vor 6-7 Wochen geschrieben habe. Da ist ja eigentlich wahnsinnig viel passiert, was ich gar nicht alles erzaehlen kann. Wir hatten mit dem Jugendchor, den ich besuche, eine Auffuehrung eines Musicals. Wir sind so 20 Leute und haben das Musical hier im Drama Center in Singapore aufgefuehrt. Die Besucher waren begeistert und wir natuerlich ueber das gute Gelingen auch. Mir hat es Spass gemacht, weil ich gemerkt habe, dass ich nun ein bisschen dazu gehoere. Dann sind meine zwei Studienkollegen letzten Samstag abgeflogen. Seit einiger Zeit ist ein neuer Student aus Deutschland da, mit dem ich nun meine Zeit hier im Institut verbringe.  |
Ich bin irgendwie hier in Singapore schon etwas heimisch geowrden. Wenn das Wohnen nicht so "einfach" waere, liesse es sich hier durchaus laenger aushalten. Ausserdem ist im Moment das Wetter wunderschoen. Ich wuerde sagen, der November faellt dieses Jahr ziemlich warm aus. In den letzten Tagen ist es recht angenehm, weil es auch nicht so feucht war. Auf der anderen Seite habe ich jetzt aber gemerkt, dass ich hier Freunde gefunden habe. Jonathan, Leling und ihr Baby Emma sind mir ans Herz gewachsen und auch Ruth und Andrew. So haben wir jetzt am letzten Wochenende noch ein gemeinsames Essen und Feiern. Die Leute aus dem Chor und die ganze Gemeinde, die ich dieses Wochenende ja erstmal das letzte Mal sehe. Die Zeit mit denen allen war wunderschoen und ich habe mich in der Gemeinde richtig aufgenommen gefuehlt. Christen koennen wirklich ueberall in die Welt gehen und Leute ihrer Familie treffen, das finde ich so gut. Nun werden die letzten Tage bei mir noch ziemlich gefuellt sein mit Arbeit bis in die Naechte, aber jeder Tag bringt mich meinem Ziel naeher. Viele Gruesse an Euch alle, Euer Matthias |